Lehrmittel zur Lernbegleitung

Lehrmittel zur Lernbegleitung

NMM: Entlastung in der Lernbegleitung

Die Lehrmittel der Reihe «Lernwelten Natur – Mensch – Mitwelt» (1.– 9. Klasse) unterstützen und entlasten Lehrpersonen in der Lernbegleitung ihrer Schülerinnen und Schüler. Ihr Einsatz ermöglicht einerseits den Lehrerinnen und Lehrern, sich mit einzelnen Kindern oder Jugendlichen individuell zu beschäftigen. Andererseits lernen die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe dieser Materialien, Verantwortung für ihr eigenes Lernen zu übernehmen, mit andern zusammenzuarbeiten und einander beim Lernen zu helfen. Mit Hilfe der NMM-Lehrmittel lassen sich die verschiedensten Trumpfkarten (S. 4 / 5) spielen:

Ich übergebe Verantwortung

Die Materialien ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern, bei der Auswahl und der Abfolge der Themen mitzubestimmen. Gemeinsam mit der Klasse kann ein Lernweg zusammengestellt werden, der sowohl individuellen als auch kollektiven Bedürfnissen entgegenkommt.

Die Themenhefte (Leitmedien) ermöglichen den Einstieg in ein Thema und die Bearbeitung von grundlegenden Inhalten. Die Klassenmaterialien bestehen aus Kopiervorlagen und sind als Vertiefungs-, Erweiterungs- und Individualisierungsangebote zu den Unterlagen im Themenheft konzipiert. So können Schülerinnen und Schüler weitgehend selbstständig arbeiten.

Wir kommunizieren und wir kooperieren

Viele Materialien in den NMM-Lehrmitteln fordern zum Dialog und zur Kooperation auf. Im Gespräch mit andern formulieren die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Gedanken und nehmen auch jene ihrer Kolleginnen und Kollegen wahr. Dies regt sie zur Reflexion der eigenen Vorstellungen an. Das «laute Denken» macht ihnen bewusst, was sie schon verstanden und wo sie noch Schwierigkeiten haben. So können Schülerinnen und Schüler einander gegenseitig beim Lernen unterstützen.

Ich wende vielfältige Methoden an

Unterschiedliche Zugänge zur gleichen Thematik gewährleisten, dass alle Schülerinnen und Schüler einen Einstieg in die Materialien finden. Eine Vielfalt von Methoden findet sich auch in den Arbeitsaufträgen, die zu den Unterlagen entwickelt wurden.

Erschienen sind in der Reihe «Lernwelten Natur – Mensch – Mitwelt» neben dem Grundlagenband für Lehrpersonen Unterrichtsmaterialien zu den Bereichen «Raum und Zeit», «Natur und Technik», «Individuum und Gemeinschaft», «Produzieren und Konsumieren».

Literarisches Lesen begleiten

Literarische Texte auf der Oberstufe? Für Jugendliche mit schwachen Leseleistungen?

Das neue Lehrmittel «Lesewelten» sagt in seinem Ansatz klar: «Ja! Erst recht für diese Schülerinnen und Schüler!» «Lesewelten» geht davon aus, dass die Lesesozialisation im literarischen Lesen weitgehend in der Schule passiert. Damit hat die Schule die Chance und die Aufgabe, diese Ersterfahrungen zu begleiten.

«Lesewelten» richtet sich an Lehrpersonen und zeigt ihnen Möglichkeiten auf, wie sie die Jugendlichen bei der Begegnung mit literarischen Texten unterstützen können. Die meisten literarischen Texte sind nicht für Jugendliche geschrieben worden. Viele dieser Texte sind den Schülerinnen und Schülern deshalb oft auch nicht auf Anhieb zugänglich. Diese Herausforderung nimmt «Lesewelten» mit seinen Unterrichtsvorschlägen an. Ein wesentlicher Ansatz dabei sind zum Beispiel der Aufbau und die Pflege der literarischen Geselligkeit. Die Schülerinnen und Schüler erhalten Gelegenheit, sich in verschiedenen Formen zu ihrer ersten Begegnung mit Texten zu äussern.

Das Lehrmittel bietet Lehrpersonen Ideen und Vorschläge, wie Leseerlebnisse zur Sprache gebracht werden können, und zwar sowohl positive als auch irritierende. Ausserdem zeigt «Lesewelten», wie die Jugendlichen herausgefordert werden können, ihre Lese-Eindrücke mit Textstellen zu belegen.

Lernbegleitung mit «Lesewelten» heisst auch, den Schülerinnen und Schülern eine nochmalige Begegnung mit dem Text zuzumuten und sie dabei mit besonders geeigneten Verfahren zu unterstützen. Eine Textstelle wird auf einmal zugänglich, wenn die Schülerinnen und Schüler diese zum Beispiel in einem Strukturlegebild darstellen; eine Szene erschliesst sich, wenn sie mit einem entsprechenden Filmausschnitt verglichen wird.

Die Erprobung von «Lesewelten» hat mehrfach gezeigt, dass die literaturdidaktisch geschickte und durchdachte Begleitung Schülerinnen und Schülern einen Zugang zu Texten ermöglichen kann, die auf den ersten Blick anspruchsvoll wirken. Diese Begleitung des Arbeitens an und mit literarischen Texten lohnt sich. Eine weitere wichtige Erfahrung aus dem Unterricht mit dem Lehrmittel «Lesewelten»: Ein vielfältiger Literaturunterricht ermuntert Schülerinnen und Schüler, eine gewisse Leseanstrengung auf sich zu nehmen, und ermöglicht den Lernenden dank kompetenter Begleitung eine erfolgreiche und befriedigende Lektüre-Erfahrung.

Hilfreich bei der Lernbegleitung mit dem «Zahlenbuch»: der heilpädagogische Kommentar

«Das ‹Zahlenbuch› enthält bewusst ein sehr breites mathematisches Lernangebot, das nicht von allen Kindern durchgearbeitet werden kann und muss. In diesem Kommentar finden sich Hinweise, wie die Unterrichtsinhalte für Kinder mit besonderem Förderbedarf zu gewichten sind.»

Lernbegleitung im Mathematikunterricht ist insbesondere in stark heterogenen Klassen eine anspruchsvolle Aufgabe. Grosse Unterstützung bietet im 1. – 6. Schuljahr der heilpädagogische Kommentar zum «Zahlenbuch». Leider ist diese wertvolle Begleitpublikation bei Lehrkräften an Regelklassen viel zu wenig bekannt. In Ergänzung zu den Begleitbänden zum Zahlenbuch 1 bis 6 bieten die heilpädagogischen Kommentare zum Beispiel lernpsychologische und didaktische Grundlagenartikel und Hilfen zur Lernstandserfassung (Beobachtungsbogen).

Die ausführlichen Abschnitte zu den einzelnen Lernumgebungen des «Zahlenbuchs» machen unter anderem Aussagen zu nötigen Vorkenntnissen, eventuellen Schwierigkeiten der Lernenden und Fördermöglichkeiten. Damit leistet der heilpädagogische Kommentar auch für den Unterricht in Regelklassen wertvolle Hilfe, wenn es um Diagnose von Lernprozessen und individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern geht.

Der heilpädagogische Kommentar für das 5. und 6. Schuljahr eignet sich auch für die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe 1, die Lücken aus dem Primarschulstoff aufzuarbeiten haben.

Ich – du – wir – Gender

36 Unterrichtseinheiten zur Entwicklung einer Geschlechteridentität, nach der Methode des Themenzentrierten Theaters (TZT). Die Methode des Themenzentrierten Theaters ermöglicht nachhaltiges und verhaltenswirksames Lernen, das den Lernenden hilft, ihr Urteilsvermögen zu schulen.

Die Thematik «Mädchen / Jungen» oder eben die Genderthematik ist im Schulalltag für die Lehrpersonen aller Stufen von Bedeutung. Der Lehrplan fordert die Lehrpersonen dazu auf, den Schülerinnen und Schülern Fragen zur eigenen Lebensgestaltung zu stellen und ihnen Hinweise zu einem partnerschaftlich gestalteten Alltag zu geben. Es ist wichtig, dass die Lehrpersonen die Schülerinnen und Schüler auf diesem Weg nicht alleine lassen, sondern sie dabei begleiten und unterstützen. Die 36 Unterrichtseinheiten zur Entwicklung der Geschlechteridentität können dabei eine gute Hilfe sein. Die Karten können sowohl im Unterricht mit Unterstufenschulkindern als auch mit Jugendlichen eingesetzt werden. Zusätzliche Materialien beschränken sich auf ein Minimum. Die 36 Karten sind in drei Gebiete aufgeteilt: Ich – Geschlechtsidentität, Sensibilisierung, Du – Geschlechterrollen, Auseinandersetzung, Wir – Genderkompetenz, Entwicklung.

Jede der 36 Karten ist nach dem gleichen Prinzip aufgebaut. Es gibt eine Phase «Einstieg», die die Gruppe an den Stoff heranführt. Danach folgt die Gruppenbildung. Diese ist wichtig für die darauf folgenden Spielszenen. Während 10 – 15 Minuten bereiten die einzelnen Gruppen kurze Spielszenen vor. In der Phase «Realisation» wird über die Spielszene gesprochen, wobei versucht wird, eine Brücke zum Alltag herzustellen. Wichtig ist zum Schluss die Phase «Ausstieg», die zum Ziel hat, das Erlebte nochmals zu reflektieren. Die Bearbeitung einer Unterrichtseinheit beansprucht je nach Arbeitstempo und Gruppengrösse 45 – 90 Minuten. Die Schülerinnen und Schüler erhalten bei der Arbeit mit diesen Unterrichtskarten neue Impulse und sind dabei, ihr Verhalten zu überdenken und zu ändern. Die Lehrperson kann dabei beobachten und sich an den Gesprächen beteiligen. So wird sie eine wichtige Lernbegleiterin für die Schülerinnen und Schüler im Bereich Rollenmuster und Werthaltungen. Wer sich die Zeit nimmt, mit diesen Unterrichtseinheiten zu arbeiten, kann einen wertvollen Beitrag zum gemeinsamen Zusammenleben in der Klasse und in der Gesellschaft legen. Ganz nach dem Motto der «Trumpfkarte»: Wir kooperieren – wir verstehen unsere Klasse als Lerngemeinschaft und nutzen unsere Ressourcen gemeinsam.

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